Hamburger Tradition: Demonstration am letzten Adventssamstag

Demonstrationen in der Hamburger Innenstadt am letzten Adventssamstag haben eine lange Tradition. Dabei versuchte die Polizei anfangs gar nicht die Demonstranten aus der City fern zu halten, scheitert seit der Einführung dieses Konzepts allerdings regelmäßig an der Umsetzung im Einkaufstrubel. Ein Rückblick:
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22. Dezember 2001: Eure Sicherheit ist tödlich

Kurz zuvor starb Achidi John infolge eines Brechmitteleinsatzes, so dass sich der Protest beim Innenstadtaktionstag schon damals gegen den aktuellen Oberbürgermeister Olaf Scholz richtete, der als Innensenator im Sommer 2001 die Vergabe von Brechmittel gegen mutmaßliche Dealer einführte. Sein Nachfolger, der berüchtigte Ronald Schill war nicht weniger beliebt. Ebenfalls schon Thema auf einem Transparent: „Flora bleibt unverträglich“. Noch vor der Wahl im September 2001 verkaufte die Stadt das besetzte Haus an Klaus-Martin Kretschmer, der aktuell laut über eine Räumung nachdenkt.
Fazit: Entspannte Demonstration durch die Mönckebergstraße mit wenig Polizei.

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21. Dezember 2002: Regierung stürzen

Ein Jahr später bot sich nach der Räumung des Bauwagenplatzes Bambule ein ganz anderes Bild. Die Demonstration unter dem Motto „Regierung stürzen“ durfte Aufgrund der vorangegangene Proteste nicht durch die Innenstadt ziehen. Nach ihrem Ende am Millerntorplatz gelangten trotzdem viele Protestler in die Innenstadt.
Fazit: Behelmte Polizisten setzen auf Weihnachtsmarkt Zwangsmittel ein. Nennenswerte Ausschreitungen oder Sachschäden: Keine.

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20. Dezember 2003: Bambule

Ein Jahr nach der Räumung des Bauwagenplatzes halten die Bambule-Proteste an. Eine Demonstration durch die Innenstadt wird nicht erlaubt. Trotzdem versammeln sich mehrere hundert Menschen in einem Polizeikessel am Gerhard-Hauptmann-Platz. Eine nicht standorttreue Polizeieinheit ermöglicht einen kurzen Zug über die Mönckebergstraße.
Fazit: Viel Polizei versucht Protest in der Innenstadt zu verhindern und schafft es nicht. Nennenswerte Ausschreitungen oder Sachschäden: Fehlanzeige.

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15. Dezember 2007: Feuer und Flamme der Repression

Anlass für die Demonstration ist ein 129a-Verfahren in Hamburg und Umgebung. Sie bewegt sich mit massiver Polizeibegleitung aus dem Schanzenviertel bis nach St. Pauli. Im Anschluss kommt es zu kleinen Protestäußerungen am Rande der Weihnachtsparade, die die Polizei im Keim erstickt.
Fazit: Reiberei bei der Demonstration. In den Innenstadt erstickt die Polizei die kleinen Proteste im Keim. Nennenswerte Ausschreitungen oder Sachschäden: Nope.

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20. Dezember 2008: Solidarität mit Griechenland

Die Auswirkungen der Finanzkrise sowie die sozialen Proteste in Griechenland sind Anlass für diese Demonstration. Dieses Jahr dürfte der Aufzug sogar am Gänsemarkt die Innenstadt streifen. Allerdings stoppt die Polizei die Demo am Stephansplatz, kurz bevor sie die City erreicht wegen Kleinigkeiten. Hier endet sie dann auch, wobei im Anschluss wieder kleine Protestgruppen durch die Innenstadt ziehen.
Fazit: Entspannte Demonstration vor Innenstadt gestoppt, trotzdem Protest in der City. Nennenswerte Ausschreitungen oder Sachschäden: Nein.

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