Fotoarchiv

Olympia 2024 in Hamburg: Da werden Erinnerungen wach

Olympia 2024 in Hamburg. Spiele der kurzen Wege. Olympiastadion, Schwimm- und Turnhalle sowie Olympisches Dorf auf dem Kleinen Grasbrook. Ich habe ein Déjà-vu. Das klingt für mich sehr nach dem Konzept mit dem Hamburg bereits die Olympischen Spiele 2012 nicht holen konnte – obwohl doch alle Feuer und Flamme waren. Es war der 12. April 2003 als die letzte Olympia-Bewerbung von Hamburg scheiterte. Im deutschen Vorentscheid zog die Hansestadt unter anderem gegen Düsseldorf und Leipzig den Kürzeren. Auf dem Rathausmarkt verfolgten 20.000 bis 30.000 Menschen die Abstimmung. Darunter befanden sich auch mehrere Hundert Olympia-Gegner aus der damaligen Protestbewegung, die nach der Räumung des Bauwagenplatzes Bambule im Dezember 2012 entstanden war. Für den Sport war der damalige Innensenator Ronald Schill zuständig, der momentan aus anderen Gründen im Fernsehen zu sehen ist und in den Schlagzeilen der Boulevardblätter auftaucht.

10 Jahre Räumung des Bauwagenplatz Bambule

Am 4. November 2002 setze der Law-and-Order-Senat aus CDU, FDP und Schill-Partei seine Ankündigungen um und über 1.000 Polizisten jagten den Bauwagenplatz Bambule aus der Stadt. Die folgenden Wochen waren geprägt von zahlreichen Demonstrationen, bei denen es teilweise zu Auseinandersetzungen mit der immer massiv präsenten Staatsmacht kam. Nach einem halben Jahr nahmen die Proteste etwas ab gingen aber bis zum April 2004 weiter. Mit dem Wendebecken räumte der CDU-geführte Senat auch ohne Schnill im September 2004 den nächsten Wagenplatz. Doch die Zeiten ändern sich und 2012 konnte der Wagenplatz Zomia gegen alle Widerstände eine Fläche im Schanzenviertel beziehen. [nggallery id=3]

Aus dem Fotoarchiv: Holger Stanislawski

Mal wieder ist ein Rücktritt beim FC St. Pauli Anlass für ein Blick ins Fotoarchiv: Das Bild entstand am 5. Juli 2007 beim Testspiel der Kiezkicker bei Altona 93. Holger Stanislawski spricht in der Halbzeitpause mit seinem Team. Am 12. 13. April 2011 gab er bekannt den FC St. Pauli nach 18 Jahren als Spieler, Funktionär und Trainer zum Saisonende zu verlassen.

Aus dem Fotoarchiv: “In Hamburg sagt man Tschüß”

Heute morgen starb  das Hamburger Wahrzeichen Heidi Kabel im Alter von 95 Jahren. Auch wenn die Stücke des Ohnsorg Theaters mich bisher nicht wirklich interessieren Anlass genug einen Tiefen Blick in das Fotoarchiv zu werfen. Es war der 31. August 2002: Gerhard Schröder (SPD) war Bundeskanzler und wollte es wieder werden. Zum Wahlkampf kam er nach Altona. Heidi Kabel sang zum Abschied: „In Hamburg sagt man ‚Tschüß‘ – Das heißt: Auf Wiedersehen.“ Eine passende Zeile zum heutigen Tag.

Aus dem Fotoarchiv: Corny Littmann

Als am letzten Mittwoch Corny Littmann seinen Rücktritt als Präsident des FC St. Pauli bekannt gab, dachte ich: „Den hab ich doch auch im Fotoarchiv.“ Da ich nur selten als Sportfotograf unterwegs bin, stammt das Bild auch nicht aus dem Stadion, entstand aber trotzdem im Zusammenhang mit einem Spiel des Hamburger Stadtteilclubs. Am 1. April 2006 spielte St. Pauli gegen den Chemnitzer FC und die Gäste-Fans fielen im Stadion mit Rauchbomben und Hakenkreuz-Fahnen ohne Hakenkreuz negativ auf. Das führte dazu, dass nach dem Spiel mehrere hundert St. Paulianer die Abreise der Gästefans nicht unkommentiert lassen wollten, bzw. sie blockierten. Corny Littman redete über die Lautsprecher eines Wasserwerfers beschwichtigt auf die Menge ein. Im Endeffekt spülte die Hamburger Polizei den zwei HVV-Bussen mit dem Chemnitzer Anhang dann doch den Weg frei.