Politik

Nur 35 Nazis hören NPD-Redner in Wandsbek

Und keiner hat sie gehört. Die NPD hat am 17. Januar 2015 eine Wahlkampfkundgebung in Hamburg-Wandsbek veranstaltet. Gehört hat die Reden außerhalb der Polizeiabsperrung nur niemand. Wie 13 andere Parteien befindet sich auch die Hamburger NPD im Wahlkampf vor der Bürgerschaftswahl am 15. Februar 2015. In diesem Zusammenhang stellt sie nicht nur Plakate auf, sondern veranstaltet auch Kundgebungen, wie am 17. Januar in Wandsbek. Insgesamt 35 Teilnehmer und Teilnehmerinnen fanden den Weg zum U-Bahnhof Wandsbek Markt. Dort standen sie gut beschützt in einem doppelten Polizeikessel, so dass die rund 400 Gegendemonstranten nur auf Hör- und Sichtweite heran kamen. Die Redebeiträge von Thomas Wulff („Der Euro ist die Fortführung des zweiten Weltkriegs mit anderen Mitteln“), Spitzenkandidat Lennart Schwarzbach und Nelia Kiss, die auf Listenplatz 2 kandidiert, waren aufgrund der lauten Gegenproteste außerhalb der Polizeiabsperrung nicht zu hören.

Ein Jahr Klobürsten-„Revolution“ in den Google Trends

Vor einem Jahr begann die Klobürsten-„Revolution“ in Hamburg. Sie hatte nicht nur ein ungewöhnliches Symbol, sondern war zumindest im Bezug auf die Abschaffung eines Gefahrengebiets erfolgreich und hinterließ Spuren in den Google Trends. Pünktlich zum Jahrestag des bis heute nicht aufgeklärten und von vielen angezweifelten Angriff auf die Davidwache im Dezember 2013 soll es einen neuen Anschlag auf die Polizeiwache an der Reeperbahn gegeben haben. Da es dieses Mal allerdings nur eklig stank – was auf dem Kiez ehrlich gesagt öfter der Fall ist – war die Welle dieses Mal kleiner und führte nicht zu einem neuen Gefahrengebiet. Aber Grund genug kurz zurück zu blicken. Und zwar auf die Klobürste, die durch einen kurzen Ausschnitt in einem NDR-Beitrag für die Tagesthemen zum berühmten Protestsymbol wurde, als ein Polizist sie einem in Gewahrsam genommenen Protestler aus dem Hosenbund zog. Das absurde Protestsymbol führte nicht nur zu ungewöhnlichen und oft lustigen Bildern, […]

Solidarität mit Kobane: Demonstration gegen IS in Hamburg

Nachdem am Montag, den 6. Oktober 2014, die Angreifer des Islamischen Staats (IS) in die ersten Viertel von Kobane eindrangen und die kurdischen Verteidiger der Stadt in Straßenkämpfe verwickelten gingen Kurden in ganz Deutschland und Europa auf die Straße und forderten ein Eingreifen der europäischen Länder gegen die IS-Kämpfer. In Hamburg versammelten sie sich vor dem Rathaus. „Kobane ist nicht alleine! Stop IS – Stop Terror!“ stand auf dem Plakat, dass die Demonstranten mit sich führten. Am Montagabend versammelten sie sich spontan am Steindamm in St. Georg und zogen von dort durch die Innenstadt zum Rathaus und hielten dort eine Kundgebung ab. Im Wind flatterten Fahnen verschiedener kurdischer und türkischer Organisationen sowie mit dem Konterfei des ehemaligen PKK-Chefs Abdullah Öcalan. Auf dem Rathausmarkt versammelten 200 bis 300 Menschen und forderten die „Internationale Gemeinschaft“ zum Einschreiten gegen ein drohendes Massaker in Kobane auf. Konkret verlangten sie von der Bundesregierung nicht nur […]

Olympia 2024 in Hamburg: Da werden Erinnerungen wach

Olympia 2024 in Hamburg. Spiele der kurzen Wege. Olympiastadion, Schwimm- und Turnhalle sowie Olympisches Dorf auf dem Kleinen Grasbrook. Ich habe ein Déjà-vu. Das klingt für mich sehr nach dem Konzept mit dem Hamburg bereits die Olympischen Spiele 2012 nicht holen konnte – obwohl doch alle Feuer und Flamme waren. Es war der 12. April 2003 als die letzte Olympia-Bewerbung von Hamburg scheiterte. Im deutschen Vorentscheid zog die Hansestadt unter anderem gegen Düsseldorf und Leipzig den Kürzeren. Auf dem Rathausmarkt verfolgten 20.000 bis 30.000 Menschen die Abstimmung. Darunter befanden sich auch mehrere Hundert Olympia-Gegner aus der damaligen Protestbewegung, die nach der Räumung des Bauwagenplatzes Bambule im Dezember 2012 entstanden war. Für den Sport war der damalige Innensenator Ronald Schill zuständig, der momentan aus anderen Gründen im Fernsehen zu sehen ist und in den Schlagzeilen der Boulevardblätter auftaucht.

Eröffnung des Refugee Welcome Centers in Hamburg

Am 1. Mai 2014 besetzen Unterstützerinnen und Unterstützer der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ die leerstehende ehemalige Grundschule in der Laeiszstraße. Sie eröffneten dort ein Refugee Welcome Center, um deutlich zu machen, dass in Hamburg passende Räumlichkeiten vorhanden sind um Flüchtlinge menschlich in Empfang zu nehmen und ihnen auch Raum zur Selbstorganisation zu geben.

Revolutionäre 1. Mai-Demonstration in Hamburg (2014)

Die Revolutionäre 1. Mai-Demonstration in Hamburg startete an der Feldstraße und endete nach einer Runde um das Heiligengeistfeld auch fast genau an dieser Stelle. Unterwegs wurde sie mehrfach von der Polizei angehalten, da Feuerwerkskörper gezündet und sie sowie andere Gegenstände auf die Beamten geworfen wurden. Auch die aufgefahrenen Wasserwerfer kamen zum Einsatz. An der Kreuzung Neuer Kamp / Pferdemarkt war endgültig Schluss und die Polizei löste die Demonstration mit Hilfe von Wasser, Schlagstöcken und Pfefferspray auf. Dagegen halfen auch die aggressiven Ansagen vom Lautsprecherwagen nicht mehr. Die parallele Besetzung des Refugee Welcome Center im Karoviertel verlief dagegen bis zum Ende friedlich.

Demonstration gegen Gefahrengebiet im Gefahrengebiet

Tag 4 des Gefahrengebiets, zum ersten Mal findet sich eine Anmelderin für eine Demonstration gegen die polizeilichen Sonderrechte in St. Pauli, Sternschanze und Altona. Los geht es um 20:30 Uhr von Park Fiction. Über Pinnasberg, Pepermölenbek, Reeperbahn, Helgoländer Allee und Bernhard-Nocht-Straße ziehen die Protestler wieder zum Park Fiction. Nur vor der Davidwache stehen ein paar mehr Beamten zur Bewachung und die Demonstranten machen für zwei, drei Minuten eine Pause und skandieren „Lügner, Lügner“. Die Demonstration verläuft ohne besondere Vorkommnisse, die Polizei begleitet sie die ganze Zeit über entspannt und auch die Teilnehmer haben keine Probleme mit der Anwesenheit der Ordnungshüter. Umso verwunderter ist es am nächsten Morgen in den Radio-Nachrichten zu hören, dass es am Rande zu Auseinandersetzungen gekommen sei, Polizisten mit Feuerwerkskörpern beworfen wurden und es 17 Ingewahrsamnahmen gab. OK, drei oder vier Böller haben geknallt, interessierten die die Demonstration begleitenden Polizisten aber nicht. Sie fühlten sich offensichtlich nicht […]