Protest

G20: Auf Hamburgs Straßen nicht sonderlich willkommen

Schon lange vor den Demonstrationen an den Gipfeltagen regte sich in Hamburg Protest gegen den G20-Gipfel. Wer im Frühjahr 2017 die Augen offen hielt, konnte zahlreiche verklebte Aufkleber und Plakate entdecken. Eine kleine Auswahl gibt es hier zu sehen – inklusive einiger Nachzügler nach den Protesten im Juli 2017.

Hamburg sieht rot: Revolutionäre 1. Mai-Demonstration 2015

Die Demo macht sich auf den Weg.

In Hamburg fanden 2105 zwei revolutionäre 1. Mai-Demonstration statt. Eine sollte an der Feldstraße beginnen und durch die Innenstadt zum Millerntor ziehen. Die zweite Demo in Altona stand unter dem Motto „Hamburg sieht rot“ und sollte auf der Reeperbahn enden. Sie erreichte auch ihr Ziel, während die andere schon nach wenigen Metern von der Polizei gestoppt und aufgelöst wurde.

Protest gegen EU-Flüchtlingspolitik – Trauer nach Schiffsunglücken im Mittelmeer

Bis zu 1.000 Menschen haben am Abend des 22. April 2015 in Hamburg gegen die EU-Flüchtlingspolitik demonstriert und um die Toten der Schiffsunglücke im Mittelmeer getrauert. Eine stetig wachsende Zahl an Demonstranten zog vom Neuen Pferdemarkt durch St. Pauli bis zum Hamburger Fischmarkt und skandierte dabei Parolen wie „Nie, nie, nie wieder Frontex“ oder „Stoppt die rassistischen Kontrollen“. Dort warfen sie Blumen in die Elbe gedachten mit einer Schweigeminute der Opfer der Schiffsunglücke im Mittelmeer. Nach dem Ende der Demonstration setzten kleinere Gruppen ihren Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik im Stadtteil fort. Die Polizei versuchte die Gruppen immer wieder zu zerstreuen und setzte dabei auch einzelne Demonstranten fest. Nein, Demonstranten haben keine Barrikaden gebaut. Die Außenmöblierung des Restaurants in den Tanzenden Türmen haben die Polizisten beiseite geräumt, um Platz für eine Festnahme und mehrere Personalienkontrollen zu haben.

Nur 35 Nazis hören NPD-Redner in Wandsbek

Und keiner hat sie gehört. Die NPD hat am 17. Januar 2015 eine Wahlkampfkundgebung in Hamburg-Wandsbek veranstaltet. Gehört hat die Reden außerhalb der Polizeiabsperrung nur niemand. Wie 13 andere Parteien befindet sich auch die Hamburger NPD im Wahlkampf vor der Bürgerschaftswahl am 15. Februar 2015. In diesem Zusammenhang stellt sie nicht nur Plakate auf, sondern veranstaltet auch Kundgebungen, wie am 17. Januar in Wandsbek. Insgesamt 35 Teilnehmer und Teilnehmerinnen fanden den Weg zum U-Bahnhof Wandsbek Markt. Dort standen sie gut beschützt in einem doppelten Polizeikessel, so dass die rund 400 Gegendemonstranten nur auf Hör- und Sichtweite heran kamen. Die Redebeiträge von Thomas Wulff („Der Euro ist die Fortführung des zweiten Weltkriegs mit anderen Mitteln“), Spitzenkandidat Lennart Schwarzbach und Nelia Kiss, die auf Listenplatz 2 kandidiert, waren aufgrund der lauten Gegenproteste außerhalb der Polizeiabsperrung nicht zu hören.

Ein Jahr Klobürsten-„Revolution“ in den Google Trends

Vor einem Jahr begann die Klobürsten-„Revolution“ in Hamburg. Sie hatte nicht nur ein ungewöhnliches Symbol, sondern war zumindest im Bezug auf die Abschaffung eines Gefahrengebiets erfolgreich und hinterließ Spuren in den Google Trends. Pünktlich zum Jahrestag des bis heute nicht aufgeklärten und von vielen angezweifelten Angriff auf die Davidwache im Dezember 2013 soll es einen neuen Anschlag auf die Polizeiwache an der Reeperbahn gegeben haben. Da es dieses Mal allerdings nur eklig stank – was auf dem Kiez ehrlich gesagt öfter der Fall ist – war die Welle dieses Mal kleiner und führte nicht zu einem neuen Gefahrengebiet. Aber Grund genug kurz zurück zu blicken. Und zwar auf die Klobürste, die durch einen kurzen Ausschnitt in einem NDR-Beitrag für die Tagesthemen zum berühmten Protestsymbol wurde, als ein Polizist sie einem in Gewahrsam genommenen Protestler aus dem Hosenbund zog. Das absurde Protestsymbol führte nicht nur zu ungewöhnlichen und oft lustigen Bildern, […]

Demonstration gegen Gefahrengebiet im Gefahrengebiet

Tag 4 des Gefahrengebiets, zum ersten Mal findet sich eine Anmelderin für eine Demonstration gegen die polizeilichen Sonderrechte in St. Pauli, Sternschanze und Altona. Los geht es um 20:30 Uhr von Park Fiction. Über Pinnasberg, Pepermölenbek, Reeperbahn, Helgoländer Allee und Bernhard-Nocht-Straße ziehen die Protestler wieder zum Park Fiction. Nur vor der Davidwache stehen ein paar mehr Beamten zur Bewachung und die Demonstranten machen für zwei, drei Minuten eine Pause und skandieren „Lügner, Lügner“. Die Demonstration verläuft ohne besondere Vorkommnisse, die Polizei begleitet sie die ganze Zeit über entspannt und auch die Teilnehmer haben keine Probleme mit der Anwesenheit der Ordnungshüter. Umso verwunderter ist es am nächsten Morgen in den Radio-Nachrichten zu hören, dass es am Rande zu Auseinandersetzungen gekommen sei, Polizisten mit Feuerwerkskörpern beworfen wurden und es 17 Ingewahrsamnahmen gab. OK, drei oder vier Böller haben geknallt, interessierten die die Demonstration begleitenden Polizisten aber nicht. Sie fühlten sich offensichtlich nicht […]

Lampedusa in Hamburg: Proteste am 15. Oktober 2013

Am 15. Oktober 2013 protestierten über 1.000 Menschen gegen den Umgang des Hamburger Senats mit einer Gruppe von rund 300 Flüchtlinge. In Anlehnung an die italienische Insel nennen sie sich Lampedusa in Hamburg und fordern ein Aufenthaltsrecht für alle ihre Mitglieder. Der SPD-Senat will jedoch jeden Einzelfall prüfen und lässt die Polizei gezielt Schwarze kontrollieren, um Mitglieder der Gruppe aufzuspüren. Ein Betroffener der Kontrollen kündigte bereits eine Klage gegen diese an, da er mehrere Stunden auf der Wache festgehalten wurde und Fingerabdrücke abgeben sollte, obwohl er sich ausweisen konnte. Ein Ultimatum die rassistischen Kontrollen bis Dienstagabend um 20 Uhr zu beenden blieb unbeantwortet, so dass sich über 1.000 Demonstranten im Schanzenviertel trafen. Nach wenigen hundert Metern stoppte die Polizei die Demonstration mit Knüppeln, Pfefferspray und Pferdestaffel – was nicht nur zur friedlichen Gegenreaktionen führte. Vor dem S-Bahnhof Sternschanze kesselte die Polizei mehrere Hundert Personen ein. Nachdem Ruhe eingekehrt war, konnten […]

Cyclassics: Protest gegen Vattenfall und Kohlekraftwerk in Moorburg

Robin Wood bei Vattenfall Cyclassics 2013

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood hat bei den Cyclassics in Hamburg gegen den Hauptsponsor Vattenfall protestiert. Am Rande des Zieleinlaufs erklommen drei Kletterer Bäume sowie einen Laternenmast und hängten in luftiger Höhe Plakate auf. Sie kritisieren den Energiekonzern sowohl für seine Atomkraftwerke und besonders für das Kohlekraftwerk Moorburg, dass in der Woche vor dem Radrennen seinen Betrieb aufgenommen hat. [nggallery id=5]